Vignette erzeugen

Ursprünglich wurde die Vignettierungsfunktion entwickelt, um störende Objektivvignettierungen zu eliminieren. Heute nutzt man diese Funktion vorwiegend als Stilmittel, um eine künstliche Vignette zu erzeugen.

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Ich hab hier mal ein schönes Foto von einer Engel-Statue ausgesucht, das ich mit einer künstlichen Vignette versehen möchte. Das Bild eignet sich besonders dafür, da es von der Bildkomposition mittig angelegt ist und die Ränder durch die Bäume ziemlich unruhig sind.

Eine Vignette wird dem Bild sicherlich guttun.

 

Wir befinden uns im Entwickeln-Modul und navigieren nun in den Paletten rechts zur Effekte-Palette.

 

Durch Klick darauf öffnet sich die Palette und wir sehen oben die Rubrik Vign. nach Freistellen.

Dieser Name rührt daher, dass in Vorgängerversionen von Lightroom die Vignettierung eines beschnittenen bzw. freigestellten Bild zu unerwünschten Ergebnissen führte. Namen sind aber nur Schall und Rauch; entscheidend ist, dass ich mit dieser Funktion eine Vignette erzeugen kann.

Gehen wir die Einstellungsmöglichkeiten im Einzelnen durch, bevor wir dann die eigentliche Vignette erzeugen.

Die erste Option ist der sog. Stil:

Hier wartet Lightroom mit so seltsamen Begriffen wie Lichterpriorität auf. Aber keine Angst; die Begriffe sind schnell erklärt.

Die Lichterpriorität ermöglicht das Wiederherstellen von Lichtern bei Anwendung der Vignette. Diese Option ist dann sinnvoll, wenn sich am Rand des Bildes helle Bereiche – wie Lichtreflexe – befinden, die man zwar abschwächen, aber dennoch erhalten möchte.

Früher bestand eine Vignette einfach aus einer Überlagerung mit schwarzer Farbe. Dabei gingen Farben und Luminanzwerte verloren, auch wenn man über die Deckkraft der Vignette diesen Effekt abmildern konnte. Die Lösung war der Einsatz von Ebenenmodi wie Weiches Licht. Letztlich ändert sich bei den hier aufgeführten Optionen nur die Art und Weise des jeweiligen Verrechnungsmodus.

Die Farbpriorität minimiert Farbverschiebungen in dunklen Bereichen eines Fotos. Diese Option ist dann angesagt, wenn es mir auf die Farben und weniger auf die Lichter unterhalb der Vignette ankommt.

Bei Farbüberlagerung handelt es sich um die klassische Methode, die ich weiter oben beschrieben habe, bei der lediglich mit schwarzer oder weißer Farbe überlagert wird.

Das ist natürlich alles sehr theoretisch. An besten probiert man alle Varianten aus, um so die richtige Option für sein Bild herauszufinden. Schauen wir uns mal die Unterschiede an:

Die Lichterpriorität hat hier eine sehr starke Wirkung. Nach meinem Dafürhalten dunkelt diese Option die Ränder zu stark ab. Wenn ich nicht wüsste, dass die Funktion gewählt ist, würde ich tippen, dass es sich hier Option Farbüberlagerung handelt. Der Erhalt von Lichtreflexen kann ich hier nicht feststellen.

 

Mit Farbpriorität sieht das Ganze schon besser aus, wobei ich dieses Ergebnis eigentlich von der Lichterpriorität erwartet hätte.

 

Bei Farbüberlagerung erkenne ich kaum einen Unterschied zum vorherigen Modus.

 

Wir sehen also, dass die einzelnen Optionen unterschiedliche Auswirkungen haben, aber ob die Modi genau das tun, was sie versprechen, erscheint zweifelhaft. M.E. eine Spielerei, weil ich mit den übrigen Reglern in den allermeisten Fällen zu gleichen Ergebnissen komme. Das Ganze sieht also eher nach einer Scheininnovation aus.

Wie dem auch sei, ihr wisst jetzt, was die einzelnen Modi bedeuten und könnt euch selbst ein Urteil bilden. Ich entscheide mich für Farbpriorität und wende mich dann den anderen Einstellungsmöglichkeiten zu.

Der Regler Stärke regelt die Deckkraft der Überlagerung, wobei negative Werte die Ecken des Fotos abdunkeln, wohingegen positive Werte das Bild an den Rändern aufhellen. Da ich vorliegend die Ränder abdunkeln möchte, ziehe ich den Stärkeregler nach links. Bei -82 scheint mir der richtige Wert zu liegen.

 

Der Regler Mittelpunkt steuert die Ausdehnung der Vignette zum Mittelpunkt hin. Je niedriger der Wert, desto mehr reicht die Vignette in das Bild hinein. Ich ziehe den Regler so weit nach links, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Das ist bei einem Wert um die 20 der Fall.

 

Mit der Rundheit kann ich die Form der Vignette steuern. Niedrigere Werte machen die Vignette ovaler, höhere Werte hingegen kreisförmiger. Ich möchte eine eher ovale Vignette, da diese zum Seitenverhältnis des Bildes (4:3) besser passt. Bei einem Wert von -62 bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.

 

Die Kanten der Vignette sind mir etwas zu hart. Mit dem Regler Weiche Kante kann ich Abhilfe schaffen. Ich erhöhe den Wert von 50 auf 69. Jetzt ist der Übergang etwas harmonischer.

 

Der letzte Regler Lichter funktioniert nur in den Modi Lichterpriorität und Farbpriorität. Angeblich steuert er, wie viel Kontrast in den Lichtern erhalten bleibt. Im Ergebnis hellt er die zuvor eingestellten Werte wieder auf, sodass ich es bei der Standardeinstellung belasse.

Im Ergebnis sieht unser Bild jetzt so aus:

Ihr habt also gesehen, wie man mit Lightroom eine schöne Vignette erzeugt. Lasst euch von den vielen Reglern nicht verwirren, sondern probiert einfach mit den Reglern herum, bis ihr ein schönes Ergebnis habt.

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