Fotobuch erstellen

Das Buchmodul ist neu in Adobe Lightroom 4. Damit kann ich spielend leicht Fotobücher erstellen. In diesem Tutorial zeige ich euch, wie man in wenigen Arbeitsschritten ein solches Fotobuch erstellt.

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Beginnen wir zunächst mit der Auswahl der Bilder. Am besten arbeitet man mit einer Sammlung, indem man die gewünschten Bilder auswählt und in einer Sammlung zusammenfasst. Das ist hier bereits geschehen.

 

Wir klicken jetzt in der Modulauswahl auf Buch, um in das Buch-Modul zu gelangen. Dort sehen wir im Vorschaubereich das Standardbuchlayout.

 

Habt ihr zuvor schon mal im Buch-Modul gearbeitet, kann es sein, dass ihr jetzt die Vorgabe seht, die ihr zuletzt benutzt habt.

Als Allererstes wählen wir das gewünschte Buchlayout aus. Dazu öffnen wir die Bucheinstellungspalette.

 

Dort sehen wir voreingestellt das sogenannte Blurb-Buch. Dabei handelt es sich um einen amerikanischen Online-Fotoshop, der mittlerweile auch in Deutschland zu erreichen ist und bei dem ihr online mit Lightroom Fotobücher hochladen und bestellen könnt. Adobe hat mit dieser Firma einen Kooperationsvertrag.

Wenn es euch interessiert, schaut einfach mal unter www.blurb.de nach. Wenn ihr das erste Mal ein Buch über Lightroom dort bestellt, erhaltet ihr 20 % Rabatt. Ferner erhalten Lightroom-3-User dort ein Plug-In für diese Lightroomversion.

 

Ich selbst habe dort noch nie was bestellt, deshalb kann ich keine Empfehlung aussprechen. Wie dem auch sei – wir belassen es bei Blurb und suchen uns jetzt eine passende Buchvorlage aus. Dazu muss ich mich durch die Palette klicken. Was es dort alles für Möglichkeiten gibt, könnt ihr auf folgenden Screenshot sehen.

 

Der eingeblendete Preis in US-Dollar bezieht auf das fertige Buch, wenn ihr es bei Blurb US bestellt. Wie das mit den Preisen auf der deutschen Plattform ist, kann ich nicht sagen, aber wenn ihr bei Logo-Seite die Option Ein wählt, wird das Buch etwas preiswerter, weil dann auf der ersten Seite links Werbung aufgedruckt wird.

Das alles betrifft jedoch das Papierformat, den Einband usw. Wie die Seiten des Buches gestaltet werden, bestimmt ihr in der Palette Auto-Layout:

 

Dort habt ihr die im Flyout-Menü aufgeführten Optionen. Wie der Name schon sagt, bezieht sich diese Auswahl nur auf das sogenannte Auto-Layout. Damit könnt ihr per Klick auf den gleichnamigen Button vollautomatisch ein Foto-Buch erstellen lassen. Das ist z.B. für Hochzeitsfotografen ganz praktisch, die häufig Fotobücher erstellen müssen. Das Format, welches beim Auto-Layout angewandt wird, könnt ihr zudem bearbeiten, indem ihr auf den Menüeintrag Auto-Layout-Vorlage bearbeiten klickt. Im dann folgenden Dialog …

 

… könnt ihr die Vorlage nach euren Wünschen anpassen. Wir machen das hier aber individueller.

Nachdem wir also unsere Einstellungen getroffen haben, jetzt ein paar Zeilen zu den Vorschaumodi. Diese könnt ihr in der Werkzeugleiste anwählen. Es gibt

• die mehrseitige Ansicht:

 

• die Druckbogenansicht:

 

• und die Einzelseitenansicht:

 

Während die mehrseitige Ansicht gut für das Layouten ist, bietet sich die Einzelseitenansicht an, wenn ich ein Foto im Bilderrahmen genau positionieren muss. Die Druckbogenansicht ist von der Ansicht her ein Zwischending, das interessant ist, wenn ich z.B. eine Doppelseite genau gestalten will.

Darüber hinaus kann ich die Zoomstufen auch mit dem Slider ganz links in der Werkzeugleiste stufenlos verändern und mit der Box in der Mitte der Werkzeugleiste kann ich durch die einzelnen Seiten blättern.

 

Jetzt wollen wir aber die Bilder einfügen. Dafür gibt es zweierlei Möglichkeiten:

Zum einen kann ich die Bilder in beliebiger Reihenfolge aus dem Filmstreifen auf die Buchseiten ziehen:

 

Dafür einfach auf den Thumbnail im Filmstreifen klicken, Maus gedrückt halten und das Foto auf die Buchseite ziehen und loslassen. Auf diese Weise kann ich auch die Reihenfolge der Bilder bestimmen.

Habe ich jedoch viele Bild zu platzieren, kann man auch die Auto-Layout-Funktion nutzen. Ich kann dafür im Vorfeld die Bilder per Drag&Drop im Filmstreifen in die gewünschte Reihefolge bringen und mit dieser Funktion mit einem Mausklick alle Buchseiten auf einmal füllen.

Ich bin hier auch so vorgegangen, da ich das Layout für jede Seite im Buch im Nachhinein individuell umgestalten kann, wie ihr gleich sehen werdet.

 

Die Buchseiten sind jetzt alle gefüllt. Oben an erster Stelle befindet sich der Einband mit Vorder- und Rückseite, wobei letztere mit Zurück ziemlich schlampig von Adobe übersetzt wurde (Back). In der zweiten Reihe sieht man die leere Innenseite, die für die bereits erwähnte Werbung vorgesehen ist.

 

Was mir gleich ins Auge fällt, ist, dass auf Seite 2 und 3 das gleiche Foto ist. Das muss ich ändern. Dafür öffne ich mit dem Tastenkürzel F6 den Filmstreifen und ziehe ein anderes Bild auf die Seite 2:

 

Genauso gehe ich vor jetzt auch mit dem Bild für die Vorderseite vor, das ich durch ein anderes austauschen möchte. Allerdings wird das Bild ungünstig beschnitten, da die Buchseiten quadratisch sind. Ich muss also zoomen und positionieren. Jetzt ginge das auch in dieser kleinen Ansicht, aber ich wechsele per Mausklick in die Einzelseitenansicht, um besser arbeiten zu können:

 

Wie ihr im nächsten Screenshot sehen könnt, kann ich jetzt die Vorderseite exakt zoomen und ausrichten:

 

Durch Klick auf das Bild wird dieses aktiviert und eine kleine Leiste zum Zoomen erscheint. Klicke ich ins Bild und halte die Maustaste gedrückt, kann ich das Bild innerhalb der Seite (Zelle) verschieben. Mal sehen, ob es jetzt besser aussieht:

Die Vorderseite sieht gut aus, die Rückseite habe ich ebenfalls verändert, und zwar hereingezoomt. Jetzt bekomme ich von Lightroom ein kleines Ausrufungszeichen rechts oben in der Ecke angezeigt. Damit weist mich die Software darauf hin, dass das Bild durch das Skalieren möglicherweise unscharf im Druck aussieht.

 

Ich ignoriere das und gehe jetzt mit allen anderen Bilder genauso vor, bis mir das Ergebnis gefällt.

 

Jetzt möchte ich aber zumindest auf einer Seite ein anderes Seitenlayout nehmen, und zwar eine Variante mit mehreren Bildern. Dafür markiere ich die gewünschte Seite und klicke ich auf das kleine weiße Dreieck rechts unten in der Ecke des gelben Markierungsrahmens und es erscheint eine Layoutauswahl:

Jetzt suche ich mir ein Layout mit 4 Fotos aus, indem ich auf die Layout-Vorschau klicke, …

 

… und kann jetzt 3 weitere Fotos per Drag & Drop hinzufügen. Um alles genau zu platzieren, wechsle ich wieder in die Einzelbildansicht:

 

Zurück in der mehrseitigen Ansicht sieht das Ergebnis dann so aus:

 

Wenn ich mir die einzelnen Seiten in der Einzelbildansicht ansehe, so finde ich, dass hier ein Rand fehlt:

 

Das ändern wir, indem wir uns für ein anderes Seitenlayout entscheiden. Dafür öffne ich die Palette Seite, klicke auf das kleine Dreieck und suche mir im Pop-up-Menü ein Layout mit Rahmen aus:

 

Das sieht schon besser aus, aber jetzt haben wir nur ein Bild geändert. Kein Problem; ich brauche jetzt nur alle übrigen Bilder zusammen auszuwählen und wende dann auch die oben beschriebene Weise das Layout mit Rahmen auf die übrigen Bilder gleichzeitig an.

 

Vom Konzept her gäbe es eigentlich die Möglichkeit, das Layout einer Seite mit Copy & Paste auf andere Seite zu übertragen; …

 

… aber das funktioniert in meiner Lightroom-Version noch nicht richtig, weil dabei nur eine neue Seite mit dem kopierten Layout eingefügt wird; das Ursprungsbild wird dabei nach rechts verschoben. Scheint wohl ein Bug zu sein.

Jetzt aber zurück zu unserem Layout. Mal sehen, was es bringt, wenn ich die Hintergrundfarbe ändere. Dazu öffne ich die gleichnamige Palette:

 

Da wir den Hintergrund auf allen Seiten verändern wollen, müssen wir den Haken bei Hintergrund global anwenden setzen. Wir ihr seht, kann man auch ein beliebiges Bild als Hintergrund nutzen. Dafür braucht man nur ein Bild aus dem Filmstreifen auf die grauen Fläche ziehen, aber das möchte ich hier nicht. Deshalb setzen wir den Haken bei Hintergrundfarbe und klicken auf das Farbfeld ganz rechts.

Jetzt öffnet sich der Farbwähler und wir können uns für eine Farbe entscheiden.

Hier im konkreten Fall nehme ich eine Farbe aus dem Bild. Bei dieser Bilderserie dominiert blau, deshalb ist es keine schlechte Idee, eine Farbe aus dem Bild zu wählen. Dazu muss man den Mauszeiger nur gedrückt halten und aus dem Farbwähler heraus bewegen und über die gewünschte Farbe im Foto gehen.

 

So, jetzt fehlt nur noch eine Beschriftung. Hierfür gibt zwei Paletten. Zunächst markieren wir den Einband, den wir hier mit einem Titel versehen wollen, und öffnen die Palette Beschriftung.

Hier gibt es die Möglichkeit, das Foto selbst oder aber die Seite zu beschriften. Bei der ersten Alternative wandert die Beschriftung allerdings mit, falls ich das Foto später noch mal auf eine andere Seite verschiebe, deshalb wähle ich Seitenbeschriftung und setze dort den Haken.

 

Ihr seht jetzt einen gelben Textrahmen. Wenn ich dort reinklicke, kann ich den Text eingeben. Ich entscheide mich für einen beliebigen Titel, klicke auf die Schaltfläche Oben und ziehe den Slider Versatz soweit nach rechts, bis der Titel richtig positioniert ist.

 

Was jetzt noch fehlt, ist die Schriftformatierung. Dazu öffne ich die Palette Schriftart. Der gewählte Font ist in Ordnung, aber der Text sollte weiß und etwas größer sein. Deshalb markiere ich den Text mit der Maus und ziehe den Slider Größe soweit nach rechts, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

 

Im Farbwähler entscheide ich mich für Weiß, und um den Text zu zentrieren, klicke ich auf das entsprechende Symbol ganz unten in der Palette und unser Titel ist fertig:

 

Natürlich gibt es viel mehr Möglichkeiten, ein Buch zu gestalten. Allein die in Lightroom mitgelieferten Layoutvorgaben lassen keine Wünsche offen. Es dürften über 100 sein. Fraglich ist allerdings die Bindung an die Firma Blurb. Ich kann jedoch auch das Fotobuch im PDF-Format erstellen und einen anderen Anbieter nehmen, der das unterstützt. Dafür braucht ihr in der Palette Bucheinstellungen nur PDF anstatt Blurb zu wählen.

Und nicht vergessen: Am Ende der Bearbeitung auf Buch speichern und erstellen klicken.

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