Das Verlaufsfilterwerkzeug

Das Verlaufsfilterwerkzeug funktioniert ähnlich wie der Korrekturpinsel. Man hat Zugriff auf exakt die gleichen Funktionen, nur dass man bei diesem Werkzeug mit einem Verlauf arbeitet. In diesem Tutorial zeige ich die Funktionsweise dieses Werkzeugs.

Wir empfehlen:
Photoshop Lightroom-Training - Basics und Tricks

Ich habe mal eine Naturaufnahme ausgewählt, die etwas mehr Pepp bräuchte. Der Himmel ist ein wenig zu blass. Gleiches gilt für den Boden im Vordergrund, der in der Färbung eigentlich viel mehr Rotanteil aufwies. Da es sich um große, durchgehende Bereiche im Bild handelt, arbeitet man besser in diesem Fall mit dem Verlaufswerkzeug, als den Korrekturpinsel zu nutzen.

 

Mit der Maus klicke ich in der Werkzeugleiste auf das Symbol für den Verlaufsfilter und bekomme den dazugehörigen Dialog angezeigt.

 

Wie auf Anhieb zu erkennen ist, sind die dazugehörigen Einstellungsmöglichkeiten identisch mit denen des Korrekturpinsels.

Vorliegend sind noch die Voreinstellungen sichtbar, die der letzten Anwendung des Werkzeuges genutzt wurden. In diesem Fall jedoch nur an einer Einstellung, d.h., ich brauche nur einen Slider in die Ursprungsposition zu setzen, was ich hier schnell mit einem Doppelklick auf das Wort Belichtung oder aber mit Doppelklick auf den Schieberegler selbst erreichen kann.

 

Sollten mehrere Slider bewegt worden sein, nutzt man besser die Funktion Zurücksetzen. Aber Vorsicht: Nicht den gleichnamigen Button unten rechts in der Palette nehmen. Das hat nämlich zur Folge, dass alle Einstellungen an dem Bild zurückgesetzt werden. Die entsprechende Funktion des Verlaufsfilterwerkzeugs ist nämlich versteckt unter dem Wort Effekte links oben in der Palette.

 

Halte ich die Alt-Taste gedrückt, wird das Wort Effekte zu Zurücksetzen und ich kann durch Klick hierauf alle Slider gleichzeitig zurücksetzen.

 

Beginnen wir mit dem Himmel:

Durch Klick auf das Werkzeug wurde dieses bereits aktiviert. Ich brauche jetzt nur an gewünschter Stelle mit der Maus ins Bild zu klicken, die Maustaste gedrückt zu halten und den Verlauf durch Ziehen mit der Maus aufzuziehen. Da wir aber alle Einstellungen zurückgesetzt habe, würden wir – außer der Werkzeugüberlagerung – nicht viel sehen. Deshalb nehme ich zunächst ein paar Einstellungen vor. Natürlich kann ich das auch später machen, aber mit Voreinstellungen kann ich die Wirkung und die Ausdehnung des Verlaufes besser beurteilen.

Der Himmel könnte etwas mehr Farbe bzw. Sättigung und etwas Kontrast vertragen, um die wenigen Wolken zu betonen. Ich verringere die Belichtung etwas und erhöhe den Wert für Klarheit.

 

Jetzt fehlt noch eine Farbüberlagerung. Dazu klicke ich auf das Farbfeld rechts neben dem Wort Farbe.

 

Jetzt öffnet sich der Farbwähler:

 

Mit der Pipette kann ich nun den gewünschten Farbton aussuchen. Ich entscheide mich für einen Blauton. Das dürfte erst einmal reichen.

Jetzt ziehe ich mit der Maus den Verlauf auf. Ich setze mit dem Mauszeiger ganz oben im Bild an, halte die Maustaste gedrückt und ziehe sie nach unten bis etwa zur Mitte des Bildes:

 

Im nächsten Screenshot habe ich mal eine andere Farbe gewählt, um zu verdeutlichen, dass der jeweilige Effekt schön auslaufend generiert wird, d.h., zu Beginn des Verlaufes stärker und nach und nach schwächer, eben wie man das von den gängigen Verlaufswerkzeugen in Bildbearbeitungssoftware her kennt:

 

Ich kehre zurück zu meiner blauen Farbüberlagerung und wir sehen im Bild 3 dünne Linien und einen Punkt in der Mitte.

 

Das sind die Werkzeugüberlagerungen, bestehend aus:

• dem Bearbeitungspunkt und
• den Verlaufsfilterlinien

Solltet ihr die nicht sehen, liegt das an den Werkzeugeinstellungen. Unten in der Werkzeugleiste könnt ihr diese Einstellungen wählen.

 

Ich persönlich arbeite immer mit der Option Immer.

Wenn ich mit dem Ergebnis noch nicht einverstanden bin, kann ich die getroffenen Einstellungen noch verändern. Bevor wir das aber tun, kümmern wie uns zunächst um den Vordergrund und ziehen einen neuen Verlauf auf.

Dazu klicke ich auf die Schaltfläche Neu, um einen weiteren Verlauf mit anderen Einstellungen zu erzeugen.

 

Die Einstellungen von eben kann ich zunächst einmal lassen, mit Ausnahme der Farbüberlagerung. Hier wähle ich einen rötlichen Ton aus, um den Sand einzufärben.

 

Jetzt ziehe ich – wie oben bereits beschrieben – einen neuen Verlauf auf, und zwar diesmal von unten nach oben, ebenfalls bis etwa in die Mitte des Bildes. Sand und Geröll im Vordergrund haben jetzt eine schöne rote Färbung. Gleichzeitig sehen wir aber auch zwei kleine Kreise im Bild. Das sind die sogenannten Bearbeitungspunkte. Derjenige Punkt, welcher aktiv ist, wird mit einem schwarzen Punkt in der Mitte angezeigt.

 

Jetzt kann ich in aller Ruhe die Feineinstellungen vornehmen, indem ich auf einen der Punkte klicke, um diesen zu aktivieren, und kann dann die Einstellungen für diesen Verlauf ändern. Da der untere Verlauf noch aktiv ist, beginnen wir hiermit.

Hier konkret nehme ich Änderungen an den Werten für

Tiefen
Klarheit und
Schärfe

vor, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

 

Um den anderen Verlauf oben zu bearbeiten, klicke ich auf den entsprechenden Bearbeitungspunkt und die Software wechselt zum ersten Verlauf. Jetzt kann ich auch hier noch Veränderungen vornehmen.

Ich erhöhe die Werte für Kontrast und Lichter und bin jetzt mit dem Ergebnis zufrieden.

 

Mir fällt auf, dass der Sand in der rechten Bildhälfte oben nicht von dem Verlauf erfasst wird, da die Sandfläche schräg verläuft. Um das zu korrigieren, aktiviere ich wieder den unteren Bearbeitungspunkt und positioniere die Maus direkt neben den Punkt, bis die Transformationspfeile erscheinen. Damit kann ich den Verlauf als Ganzes drehen, um so die Ausrichtung zu ändern.

 

Wenn ich den Verlauf als Ganzes verschieben möchte, fahre ich mit der Maus über den Bearbeitungspunkt, bis ein Handsymbol erscheint. Jetzt kann ich den ganzen Verlauf neu positionieren. Möchte ich den Verlauf nur in seiner Ausdehnung verändern, brauche ich lediglich mit der Maus über die Verlaufsfilterlinien oben und unten am Verlauf zu fahren und kann so den Verlauf in seiner Ausdehnung verändern. Ob diese Funktion aktiv ist, erkenne ich ebenfalls daran, dass sich der Mauszeiger in eine Hand verwandelt.

 

Insofern erinnert die Handhabung an die üblichen Transformationssteuerungen in Bildbearbeitungsprogrammen. Löschen kann ich einen Bearbeitungspunkt und damit den Verlauf übrigens, indem ich ihn aktiviere und die Entfernen-Taste drücke.

Wie der Korrekturpinsel verfügt das Verlaufsfilterwerkzeug auch über vordefinierte Presets und ich kann darüber hinaus eigene Presets erstellen. Insofern besteht kein Unterschied zum Korrekturpinsel.

 

So weit zu den Werkzeugfunktionen.

Vorliegend bin ich mit dem Ergebnis zufrieden und möchte die Bearbeitung abschließen. Dafür klicke ich im Vorschaubereich auf die Schaltfläche Fertig, um den Bearbeitungsmodus zu verlassen.

 

Das wär's schon.

Im letzten Bild seht ihr beide Varianten in der Vorher-/Nachher-Ansicht. Nicht schlecht, was man mit zwei Verläufen so zaubern kann.

Wir empfehlen:
Fotografie-Workshop-DVD

Unsere Empfehlung für dich

Lightroom-Presets für Fotografen und Bildbearbeiter

Lightroom-Presets für Fotografen und Bildbearbeiter

Großartige Effekte geben Bildern das ultimative Extra und sorgen für spannende Eyecatcher. Wer jedoch keine Lust hat, diese Bildeffekte manuell und zeitaufwendig selbst zu erstellen, der darf mit diesem Paket in den nächsten Gang schalten!

  • 295 Lightroom-Presets aus dem Workflow der Fotografen Mario Jacob und Mike van Doorn (taydoo)
  • Farbstimmung, Kontrast-Looks, Retro, Pastell und Co.
  • Presets dürfen für private und auch kommerzielle Projekte (!) genutzt werden

Zum Training