Das DNG-Format

Viele scheuen es noch, aber in Zukunft wird es wahrscheinlich zum Standard-Rohdaten-Format. Die Rede ist von dem von Adobe entwickelten DNG-Format. Ein unterschätzter Alleskönner, der bald von jeder Kamera unterstützt werden wird. In diesem Tutorial erläutere ich die Vor- und Nachteile dieses Formates.

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Das Digital-Negative-Format (DNG) wurde von Adobe im Jahr 2004 vorgestellt. Es handelt sich dabei um ein Rohdatenformat, welches entwickelt wurde, um die verschiedenen proprietären Rohdaten-Formate der Kamerahersteller zu ersetzen und sich als Standard zu etablieren. DNG ist ein offen dokumentiertes Dateiformat, also mit Open-Source-Software zu vergleichen. Das Format basiert auf dem bekannten TIFF-Format und erlaubt ebenso wie TIFF eine verlustfreie Komprimierung von Bilddaten.

Damit sind wir schon bei den Vorteilen dieses Formats. Neben der verlustfreien Komprimierung hat das DNG-Format den Vorteil, dass Bilddaten auf lange Sicht plattformübergreifend ausgetauscht werden können. Dies ist bei den proprietären Formaten der Kamerahersteller nicht immer der Fall, weil sich die Hersteller oft nicht in die Karten schauen lassen wollen.

Ein Beispiel, das sich bei Wikipedia nachlesen lässt:

“Adobe ergänzt für die meisten gängigen Kamerasensoren Farbkorrektur-Anweisungen zu den Farb-Metadaten, die denen eines Hersteller-ICC-Farbprofils überlegen sein sollen. Adobe verfügt über Informationen über deren Farbwiedergabecharakteristik, die unabhängig von den Herstellern ermittelt wurden, insbes. zwei getrennte Farbprofile für jew. ein Tageslicht– und ein KunstlichtSpektrum. Kamerahersteller dagegen liefern oft nur ein recht pauschales Farbprofil (somit von minderem Nutzwert) oder gar keines aus, oder nur ein einziges ohne Berücksichtigung von Spektrumsunterschieden von Tageslicht versus Kunstlicht (Hintergrund: Kunstlicht-Aufnahmen lassen sich nicht einfach durch Weißabgleich in scheinbare Tageslichtaufnahmen überführen, da dieses Vorgehen streng genommen nur für weiße bzw. graue Motiv-Objekte hinreichend genau ist. Kunstlicht verfälscht Farben zusätzlich aufgrund von Metamerismus-Effekten). Adobe ergänzt somit Farb-Metadaten.” (Quelle: Wikipedia siehe Link am Ende des Textes)

Das alles klingt sehr technisch, macht aber deutlich, dass für den Fall, dass ein Kamerahersteller vom Markt verschwindet, Probleme mit dem alten Datenbestand entstehen könne, weil nicht jeder Rohdatenkonverter alle Informationen der verschiedenen Formate verarbeiten kann. Im Ergebnis ist der Ansatz von Adobe eigentlich gar nicht so schlecht.

Die Zukunft wird zeigen, ob sich das Format durchsetzen wird. Jedenfalls steigt die Zahl der Kamerahersteller, die die DNG-Technologie anbieten. Vorreiter war übrigens die Firma Hasselblad.

Ich persönlich nutze diese Format seit einiger Zeit nur noch. Am besten, ihr probiert es einfach mal aus. Ihr könnt ja die Option nutzen, dass das Original-RAW in den DNG-Container eingebunden wird. So habt ihr beim Scheitern des Adobe Projekts die Option, die alten Daten verlustfrei wiederherzustellen.

 

Für die, die sich damit auseinandersetzen wollen, hier ein paar Basics:

Zunächst bietet Lightroom ja von Hause aus die Möglichkeit, den Bildbestand in DNG umzuwandeln. Die Software gibt es auch als Stand-alone-Software und sie kann auf der Seite von Adobe heruntergeladen werden. Der Link dazu findet ihr am Ende des Textes.

Am besten ruft ihr mal die Seite von Adobe auf. Dazu einfach bei Google oder einem anderen Suchanbieter Adobe und DNG eingeben und ihr landet auf folgender Seite:

 

Hier könnt ihr euch in Ruhe über das Format informieren.

Eine andere gute Quelle ist Wikipedia:

 

In Lightroom selbst findet ihr den DNG-Dialog unter Menü Bibliothek>Foto in DNG konvertieren.

 

Es öffnet sich der folgende Dialog:

 

Hier könnt ihr eure Rohdaten-Bilder in DNG umwandeln. Allerdings fehlt hier die Möglichkeit, das eingebettete Original zu extrahieren. Um dies tun zu können, muss man sich den DNG-Konverter als Stand-Alone herunterladen und installieren. Wie das dann geht, erfahrt ihr in einem gesonderten Tutorial.

Die Programmoberfläche der Anwendung sieht so aus:

 

Unten seht ihr auch den Button für die bereits angesprochene Extraktion der Originaldaten.

Allerdings hat dies einen Nachteil, nämlich, dass die Dateigröße des DNG sich fast verdoppelt, wenn die Original RAW-Datei eingebettet wird:

 

Während im vorliegenden Beispiel die Canon-RAW rund 10 MB hat, ist die DNG-Datei mit eingebetteten CR2 etwas über 20 MB groß, mithin findet eine Verdopplung der Dateigröße statt.

Bei den heutigen Preisen für Festplatte allerdings kein großes Problem, wie ich finde.

Der entscheidende Vorteil des DNG-Formats sind die Entwicklungseinstellungen. Wenn ich meine Rohdaten aus beruflichen Gründen mit anderen tausche, habe ich beim DNG-Format die Möglichkeit, die Entwicklungseinstellungen in das File einzubetten. Dieses kann ich dann problemlos mit den Einstellungen verschicken, während bei Lightroom standardmäßig die Entwicklungseinstellungen an zentraler Stelle gebündelt sind und für den Versand erst extrahiert werden müssen, sei es durch den Export in ein anderes Format oder aber über ein Filialdokument, wie z.B. das XML-File.

Man könnte sicherlich noch mehr technische Dinge zu diesem Format sagen. Mir geht es darum, dass ihr euch mit dieser Möglichkeit beschäftigt und für euch selbst entscheidet, ob ihr damit arbeiten wollt. Weiterführende Tutorials von mir dazu findet ihr über die Suche.

Schaut euch daher zumindest die nachfolgenden Links an und entscheidet selber.

Links:

http://www.adobe.com/de/products/photoshop/extend.displayTab2.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Digital Negative

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