Beauty-Retusche

Die Beauty-Retusche ist eines der beliebtesten Genres innerhalb der Bildbearbeitung. In diesem Tutorial zeige ich euch, welche Möglichkeiten Lightroom 4 hierfür bietet. Das geht vom Weichzeichnen der Haut bis hin zum perfekten Make-up.

Benutztes Stockfoto: Radyukov Dima/Shutterstock.com

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Adobe Lightroom ist eigentlich für die extreme Bildretusche nicht geeignet. Aber dennoch kann man sich insbesondere mit dem Korrekturpinsel in den meisten Fällen behelfen. Schauen wir doch mal, was in Bezug auf Beauty-Retusche so alles möglich ist.

Ich hab mir ein Stockfoto ausgesucht, das wenig Make-up aufweist und bei dem zudem die Haut nahezu perfekt ist, um mich während des Tutorials nicht im Wegklonen von Hautunreinheiten zu verlieren.


Dennoch möchte ich mit Letzterem beginnen, um die Grundlagen der Technik kurz zu erläutern.

 

Auf den ersten Blick sieht man nur makellose Haut. Erst beim Einzoomen entdeckt man kleine Fehler, die ich mit dem Bereichsreparaturwerkzeug schnell beseitigen werde. Wir wechseln mit dem Tastenkürzel D zum Entwickeln-Modul und schließen mit F7 das linke Bedienfeld, falls es noch geöffnet sein sollte. Mit Mausklick auf das Bild zoome ich auf 100 % und navigiere mit dem Handwerkzeug durchs Bild, um eventuelle Problemstellen zu finden.


Rechts neben dem Nasenflügel werde ich fündig. Ein paar kleine „Makel“, die wir schnell entfernen wollen. Dafür aktivieren wir mit Q das Bereichsreparaturwerkzeug. Es öffnet sich die entsprechende Werkzeugpalette.

 

Hier müssen wir zunächst diverse Einstellungen vornehmen. Für das Entfernen von Hautunreinheiten arbeiten wir immer mit der Funktion Reparieren. Die Deckkraft stellen wir auf 100 % ein und verkleinern die Pinselspitze mit dem Slider soweit, dass diese im Umfang ein wenig größer als der Defekt ist.


Die Pinselspitze auf dem Screenshot ist eigentlich für den kleinen Defekt links etwas zu groß. Für den rechts davon aber genau richtig. Da wir hier ohnehin nur kleine Defekte korrigieren müssen und die Textur rundherum sauber ist, belassen wir es bei dieser Größe, damit wir für den rechten Pickel die Spitze nicht erneut ändern müssen.

 

Mit zwei Klicks auf die Defekte ist die Sache schon erledigt. Dabei setzt Lightroom automatisch den Referenzbereich. Sollte dieser einmal nicht passen, könnte ich den Referenzkreis mit der Maus verschieben. Dafür brauche ich nur mit der Maus innerhalb des Kreises zu fahren, bis das Handsymbol erscheint, und kann den Kreis dann verschieben, aber das ist hier nicht notwendig.

 

Das wäre also erledigt. Wir drücken auf H, um die Werkzeugüberlagerungen auszublenden, damit wir das Ergebnis überprüfen können. Hier hat es prima geklappt. Um aus dem Werkzeugmodus herauszukommen, klicken wir auf Schließen.


Durch einen Mausklick ins Bild zoomen wir wieder heraus und schauen uns das Bild als Ganzes an, um zu überlegen, wie wir jetzt fortfahren.

 

Bevor wir mit dem Make-up o.Ä. anfangen, pudern wir zunächst die Haut ab. Das machen wir mit dem Korrekturpinsel. Wir nutzen das Tastenkürzel K oder klicken auf das Werkzeugsymbol.


(Wer sich mit dem Korrekturpinsel noch nicht so gut auskennt, sollte sich das passende Tutorial von mir auf PSD-Tutorials.de anschauen).

 

Um die vorhandenen Einstellungen zurückzusetzen, halten wir zunächst die Alt-Taste gedrückt, damit oben links das Wort Effekt zu Zurücksetzen wird, und klicken darauf. Alle Slider gehen jetzt automatisch zurück auf die Standardeinstellung. Wer das über die Schaltfläche ganz unten links versucht, wird feststellen, dass das nicht geht. Dieser Button hat erst eine Funktion, wenn bereits mit dem Werkzeug gearbeitet wurde.

 

Um die Haut weichzuzeichnen, brauchen wir nur den Regler Klarheit in den negativen Bereich nach links zu ziehen. Wir probieren es mal mit einem Wert von -51. Die Pinseleinstellungen sind so in Ordnung: Weiche Kante 100, Fluss und Dichte ebenfalls auf 100 und wir setzen den Haken bei Automatisch maskieren.


Ferner setzen wir in der Werkzeugleiste den Haken bei Überlagerung für ausgewählte Maske anzeigen. Damit können wir schon beim Pinsel feststellen, welche Bereiche wir verändern.

 

Wir fahren jetzt mit dem Pinsel über die Haut und sehen anhand der roten Überlagerung, welche Bereiche betroffen sind, und achten darauf, dass wir die Augen, die Haare, den Mund usw. – also alles das, was nicht zur Haut gehört – aussparen.

 

Wenn wir etwas unbeabsichtigt übermalen, einfach die Alt-Taste drücken und wir können diesen Bereich wegradieren. So, das soll genügen:

 

Wir deaktivieren die Maskenüberlagerung mit dem Tastenkürzel O, zoomen auf 100 %, drücken Y für die Vorher-Nachher-Ansicht und schauen uns das Ergebnis an:


Perfekt! Zugegeben, die Haut war nicht sehr problematisch, aber diese Technik funktioniert auch bei Problemhaut.

 

Als Nächstes kümmern wir uns um das Augen-Make-up. Die Wimpern sind bei dem Model bereits stark geschminkt. Allerdings ist die Mascara ziemlich klumpig, aber das würde man in Photoshop machen müssen. Wir lassen es dabei und ich zeige nur kurz, wie man die Wimpern abdunkelt.

 

Dafür klicken wir auf die Schaltfläche Neu, um einen neuen Pinsel zu generieren. Um die Wimpern abzudunkeln, brauchen wir nur die Belichtung etwas herabzusetzen und die Pinselspitze etwas zu verkleinern. Die Option Automatisch maskieren deaktivieren wir hier.

 

Ich pinsele so genau wie möglich über die Wimpern, aber ihr seht schon; hier stößt Lightroom an seine Grenzen, was die Genauigkeit der Maske angeht.

 

Hier müsste man sicherlich noch näher heranzoomen und genau arbeiten, aber ich will es dabei belassen, zumal das Ergebnis trotz der ungenauen Pinselstriche in Ordnung ist:

 

Jetzt zum Lidschatten. Hierfür erstelle ich ebenfalls einen neuen Pinsel und nehme folgende Einstellungen vor:

Ich klicke auf das Farbfeld unten links und wähle im Farbwähler eine blaue Farbüberlagerung für den Lidschatten. Da die Augen grünlich sind, wäre ein Grünton sicherlich besser, aber die Augen will ich später noch umfärben.

 

Jetzt pinsele ich in den gewünschten Bereich die Farbüberlagerung rein und experimentiere etwas mit den Reglern wie Sättigung, Belichtung usw.


Vielleicht etwas zu stark geworden, aber das können wir ja jederzeit ändern.

 

Als Nächstes färben wir die Augen passend um, und zwar auf die gleiche Weise mit einem neuen Pinsel und einer passenden Farbüberlagerung.


Auch das ist vielleicht etwas zu stark, aber das bleibt dem abschließenden Feintuning vorbehalten.

 

Jetzt kommen noch die Lippen. Auch hier arbeiten wir mit einem neuen Pinsel und wählen eine passende Farbüberlagerung. Gleichzeitig erhöhen wir etwas die Klarheit, damit die Lippen etwas mehr Textur bekommen.

 

Der Vergleich Vorher/Nachher sieht schon ganz gut aus:

 

Jetzt schauen wir mal, wie weit wir gekommen sind:

 

Die Lippen und die Haut sehen klasse aus. Die Augen nebst Make-up sind zu stark geworden. Deshalb aktivieren wir zunächst den „Pin“ für den Lidschatten und regeln die Sättigung etwas herunter. Das geht am besten über den Farbwähler:

 

Wenn ihr euch bei den vielen Pins nicht mehr ganz sicher seid, welcher zum Lidschatten gehört, einfach mit der Maus über die Pins fahren und die rote Überlagerung des dazugehörigen Pins wird angezeigt.

 

Das Gleiche machen wir jetzt mit der Augenfarbe …

 

… und dann sieht das Ergebnis so aus:

 

Ich zoome heraus und finde, dass die Retusche ganz gut gelungen ist.


Ja, das war’s schon.

Ich hoffe, ihr habt das Prinzip jetzt verstanden. Im Wesentlichen arbeitet man also mit Farbüberlagerungen beim Korrekturpinsel. Wenn euch das Thema weiterhin interessiert, schaut euch meine Video-Trainings dazu an. Auf der Lightroom-DVD gibt zu diesem Thema mehrere längere Video-Trainings nur zum Thema Beauty-Retusche.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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